Bei den Buchwochen im Kaffeehaus – eine Initiative der Wirtschaftskammer Wien – Fachgruppe Gastronomie – können sich noch bis 22 Oktober Gäste Gratisbücher aussuchen und werden so an die große Tradition der Wiener Kaffeehäuser als Orte des Gesprächs und der Diskussionen erinnert. Und so waren auch die beiden Lesungen diese Woche sehr gut besucht.
Am Mittwoch trat der Schriftsteller und Filmemacher Max Gruber im franzundjulius neben der Buchhandlung buchkontor auf und las seinen Beitrag im neu erschienenen Sammelband „Warum braucht Demokratie Literatur?“ (luftschacht verlag). Das interessierte Publikum des Grätzelcafés im Nibelungenviertel diskutierte gerne über das Verdrängen der NS-Zeit im Wien nach dem Krieg – worauf Helmut Qualtinger mit seinem „Herrn Karl“ und Graham Green mit seinem Drehbuch zum Film „Der dritte Mann“ hinwiesen, wie Gruber in seinem Essay ausführte.
Und am Donnerstag empfing die Wiener Schriftstellerin Beate Maly ihre Fangemeinde im Café daskardinal in Hietzing. Maly ist ja eine der wenigen echten Bestsellerautorinnen des Landes, ihr historischer Roman über die Gründerin der Montessori-Schule verkaufte sich etwa 250.000mal. Sie präsentierte Einblicke in ihr Lieblingsprojekt „Aurelia“ – ihre Romanfolge um eine nonkonforme Adelige im Wien um 1900. Maly gab Moderator Helmut Schneider auch gerne Auskunft über die Freuden und Mühen der Recherchen für ihre historischen Romane und deutete mögliche Verfilmungen an.
Die Buchwochen im Kaffeehaus beweisen jedenfalls wieder, dass Kaffeehaus und Literatur zusammengehören – zumal in einer so lesefreudigen Stadt wie Wien.
