Dass der Horrorfilm ein zutiefst politisches Genre ist, haben etwa Meisterregisseure wie John Carpenter („They live“), George A. Romero („Night oft he Living Dead“), oder Ridley Scott („Alien“) vielfach bewiesen. Sie sind Spiegelbilder der aktuellen Ängste ihrer Entstehungszeit – egal in welchem Setting sie angesiedelt sind. Und jede Gesellschaft hat so seine eigenen Monster. Das japanische Monster heißt seit 1954 – als Ishirō Honda den ersten Film der Reihe herausbrachte – Godzilla. Inzwischen sind fast 40 Filme mit dem Monster aus der Urzeit und aus dem Meer erschienen. Der Neueste – GODZILLA MINUS ZERO – kommt jetzt in Österreich ab 5. November in die Kinos und ist eine Art Fortsetzung von Godzilla Minus One. Wir sind wieder im Japan nach den Atombombenabwürfen. Oscar-Preisträger Takashi Yamazaki zeichnet wieder für Drehbuch, Regie und die visuellen Effekte verantwortlich.
Überraschenderweise ist GODZILLA MINUS ZERO kein typischer Katastrophen-Horror-Film, sondern eine familiäre und gesellschaftliche Bestandsaufnahme Japans nach dem Atombomben-Schock. Klar gibt es Monsterszenen – sogar den Kampf zweier gleichwertiger Ungeheuer –, aber der Fokus des Regisseurs richtet sich eindeutig auf die Beschreibung seelischer Zustände. Die Farben sind – passend zu den 40er-Jahren, in denen der Streifen spielt, – eine Reminiszenz an alte Filmtechniken.
Und der Streifen ist – siehe oben – tatsächlich sehr aktuell. Denn wieder leben in permanenter Kriegsangst und der Horror eines Atombombeneinsatzes ist realer als jemals wieder gedacht. GODZILLA MINUS ZERO ist aber auch ein handwerklich gut gemachter, erwachsener Film, bei dem man sich trotzdem gut unterhalten kann. Der Schauer gehört natürlich dazu.
Foto: 2026 TOHO / Constantin Film Österreich
