Comics haben sich längst als eigenständige künstlerische Sprache etabliert – weit über ihren Ursprung als Unterhaltung hinaus. In ihrer Sommerausstellungzeigt die galerie gugging, wie eng diese Bildwelt mit der Art Brut verbunden ist: unmittelbar, individuell und von großer formaler Kraft.
„comics brut“ versammelt Arbeiten von Basel Al-Bazzaz, Manuel Griebler, Hannes Lehner und dem zentralafrikanischen Künstler Didier Kassaï, der mit seinen Werken erstmals in Österreich zu sehen ist. In einer Zeit, in der Comics zunehmend Einzug in die zeitgenössische Kunst halten, widmet sich die galerie gugging mit comics brut einer Schnittstelle, die aktueller kaum sein könnte: dem Dialog zwischen Comic und Art Brut. Was auf den ersten Blick als unterschiedliche Bildwelten erscheint, erweist sich bei näherem Hinsehen als überraschend verwandt – in seiner unmittelbaren Ausdruckskraft, der seriellen Erzählweise und seiner eigenständigen formalen Sprache. Art Brut und Comic – zwei verwandte Welten.
Fixstarter für comics brut sind natürlich die detailreichen Zeichnungen des Gugginger Künstlers Manuel Griebler, der seit 2016 im Haus der Künstler lebt und arbeitet. In seinen Arbeiten tauchen Figuren aus bekannten Serien wie The Simpsons oder Futuramain einem dichten, nahezu obsessiven „Meer aus Köpfen“ auf. Popkulturelle Referenzenwerden hier nicht einfach übernommen, sondern in Grieblers eigenständige, unverkennbare und komplexe Bildwelt überführt, die sich zwischen Erinnerung, Aneignung und Transformation bewegt.
Am Campus 2, 3400 Maria Gugging
Bis 13. September
galeriegugging.com, Foto/Zeichnung: Didier Kassaï
