Amélie Nothombs Japanbesuch: „Die unmögliche Rückkehr“

In ihrem Roman „Mit Staunen und Zittern“ hatte die in Japan aufgewachsene belgische Autorin Amélie Nothomb ihr Scheitern im Land ihrer Sehnsucht eindrucksvoll beschrieben. Die Protagonistin landet als Klofrau in einem Konzern. Trotzdem hat ihre Liebe zu Japan nie nachgelassen. Und so lässt sie sich von der befreundeten Fotografin Pep zu einer Japan-Reise überreden. Obwohl sie ungern verreist und obwohl Pep alles andere als eine unanstrengende Reisegefährtin ist. Pep leidet unter Milbenallergie und hört schon einmal Geräusche, die nicht da sind. In „Die unmögliche Rückkehr“ erleben wir also diverse Hotelumzüge und von Amélie Nothomb wiederum starke Nostalieanfälle. Dabei weiß sie: „Nostalgie ist ein Ausdruck des Scheiterns, eines Verlustes.… So kommt es, dass jede Reise mich ärmer macht.“

Als Reiseführerin ist sie also – obwohl sie Japanisch spricht – nicht wirklich geeignet. Das macht allerding den Charme dieses ungewöhnlichen Reiseberichts aus. Man besucht wunderbare Tempel und Parks und gewöhnt sich an die Zurückhaltung der Menschen im Alltag. Pep ist besessen von Kaninchen – sie hält auch eines zu Hause – und so besuchen die beiden auch ein Kaninchencafè. Auch das gibt es in Tokio. Immer wieder erinnert sich Amélie Nothomb auch an ihren Vater, einen Diplomaten. Ein Buch, das viel über die Bestsellerautorin offenbart.

Amélie Nothomb: Die unmögliche Rückkehr. Aus dem Französischen von Brigitte Große. Diogenes, 132 Seiten, € 25,95

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