D-Day für Doderer am 21. September: Bei der 6. Ausgabe des Doderer-Events ist der Autor, Filmer & Interpret Max Gruber zu Gast im Café Frauenhuber

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„Wenn ich mich frage, was ich denn eigentlich wirklich haben möchte und mir wünschte: so wäre es – viel Geld, um in einer Folge schwerster sexueller Excesse, sinnloser Saufereien und dementsprechender Gewalthändel endlich und endgültig unterzugehen. Statt dessen hab’ ich das weitaus gewagtere Abenteuer der Tugend gewählt“, notierte Heimito von Doderer am 18. Oktober 1951 in sein Tagebuch. Über die Dämonen des ansonsten sehr disziplinierten Dichters wird am 21. September, 18.30 Uhr, im Café Frauenhuber der Autor, Performer und Filmer Max Gruber mit dem Initiator des D-Days, Helmut Scheider, diskutieren.

Max Gruber, der zuletzt einen viel beachteten Kinofilm über den Architekten Karl Schwanzer drehte, verfasste für seine in den Nullerjahren gegründete Wiener Band „Des Ano“ einen Rap-Song mit dem Titel „Doderers Nachtgebet“, der auch ins Album „paradies“ aufgenommen wurde, der folgendermaßen beginnt:

„herr mia brauchn unsa fettn

um uns fua dem lebm zu rettn

weil eines is doch ganz gewiß

das es lebm tödlich is und

das man sich schüzzn muß

mit rauchn, saufn oda schuss

denn bisd easd amoi richdig zua

kummd da füles sofü leichda fua.“

Gruber kam schon früh auf Doderer und bewunderte die Konsequenz dieses Autors nach langen Durstjahren nicht aufzugeben. Erst mit der „Strudelhofstiege“ gelang ihm als 55-Jähriger der Durchbruch.
Gruber: „Er verkörpert das ewige Dilemma jedes Schriftstellers, nämlich wie du umgehst mit der Einsamkeit, mit der Isoliertheit, mit dem Außenseiterdasein. Er wurde ja auch von der eigenen Familie abgelehnt.“

Der D-Day ist übrigens immer am 21. September, denn das ist der Tag, an dem das Finale der Strudlhofstiege stattfindet (1925).

INFO: „Rausch & Raufhändel bei Heimito von Doderer“, 21.9., 18.30 Uhr, Café Frauenhuber, Himmelpfortgasse 6, 1010 Wien, Eintritt frei!

Foto: Barbara Niggl Radloff

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