Durch das andere Japan

Durch eine andere Welt flanieren


Ein YouTuber zeigt, wie Entschleunigung geht – ohne Ausschmückungen und ohne Gerede. Ein Spaziergang durch Japan.
Text: Helmut Schneider / Fotos: Rambalac/YouTube


Stundenlang wandert er systematisch durch die Straßen japanischer Städte und Ortschaften. Stets dabei: eine Videokamera. Was wir dabei nicht sehen sind touristische Hotspots. Den Mann, der sich auf YouTube hinter dem Pseudonym „Rambalac“ verbirgt, interessieren gewöhnliche Straßen, Hintergassen und Wege, die alles andere als repräsentativ sind – Orte, die man als Tourist wohl nie im Leben besuchen wird.

Manchmal ist es Nacht, manchmal regnet es oder es liegt Schnee. Rambalac scheint das nicht zu kümmern. Der Weg ist das Ziel. Auf seinem YouTube-Kanal kann man ihm dabei folgen. Und was auf den ersten Blick ziemlich unspektakulär klingt, entwickelt sich bald schon zu einem veritablen Sog. Man kann nicht anders, man muss ihm folgen, wie die Besucherdaten – bis zu 90.000 Aufrufe pro Wanderung – zeigen. Gerade in Zeiten, in denen wir nicht zu spektakulären Orten reisen können, scheinen diese Videos besonders gut zur Stimmung zu passen.

Die Spaziergänge des YouTubers sind auch ein Hinweis darauf, was uns bei unseren Urlaubsreisen alles entgeht. Denn Rambalac zeigt uns das Leben der Einheimischen völlig ungeschminkt. Wir sehen überfüllte Bahnstationen, schlafende Vorstadtsiedlungen oder belebte Einkaufszeilen. Und das ergibt nebenbei eine höchst reizvolle Art von Entschleunigung.


Gehen Sie mit „Rambalac“ durch Japan spazieren: https://www.youtube.com/user/rambalac