Schon vor 2500 Jahren war Krieg das Normale und Frieden eine Vision. In „Lysistrata“ erzählt der griechische Komödienschreiber Aristophanes wie die Frauen von Athen und Sparta ihre Männer zum Frieden zwingen wollen – nämlich mittels Sexstreiks und der Okkupation der Akropolis, wo der Staatsschatz und somit die Gelder für den Krieg lagert. Im Kasino des Burgtheaters wird jetzt eine sehr eingedampfte (Spieldauer 80 Miniten) und sehr komödiantische Fassung in der Übersetzung von Erich Fried gezeigt, die dem Publikum und dem Ensemble viel Spaß zu machen scheint.
Thomas Jonig sprang als Regisseur ein, viel dürfte aber auch das Ensemble am Regiestil mitgearbeitet haben. Im Zentrum steht im Männeranzug Mavie Hörbiger als Titelfigur und Strippenzieherin, zwei Figuren sind auch entgegen ihrem tatsächlichen Geschlecht besetzt. Was das an Mehrwert bringen soll, ist wie so oft unklar. Zotige Witze sind nämlich sowieso Teil der Komik. Aber egal, der Abend läuft wie ein gut geölter Motor und liefert die vielen Lacher verlässlich. Mittendrin referiert man sogar Grönemeyers berühmten Schlager „Männer“. Im Kasino glaubt man in dieser Inszenierung dem von den Frauen schließlich erzwungenen Frieden nicht – die Streithähne beziehen in der letzten Szene schon wieder Position.
(Mit Mavie Hörbiger, Ines Marie Westernströer, Annamária Láng, Seán McDonagh, Lola Klamroth, Michael und Roland Koch)
(Foto: Tommy Hetzel)
Infos: burgtheater.at
