„Barbie“, der Filmerfolg nach der berühmtesten Puppe der Welt, vermischt mit Elfriede Jelineks Stück „Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte“, das wiederum eine Fortsetzung von Ibsens Feminismus-Klassiker „Nora oder Ein Puppenheim“ ist. Ganz schön viel Material für einen 100-Minuten-Abend des bernhard ensembles im Off Theater. Doch Regisseurin Sophie Resch macht mithilfe des gesamten Teams daraus eine über weite Strecken unterhaltsame Produktion mit 6 meist in Rosa gekleideten Schauspieler:innen.
Babsie (Rina Juniku) ist natürlich längst eine Influencerin, die ihr penetrant positives Image zum Verhökern von Waren einsetzt, als sie als Reaktion auf ein Buch von Jelinek die „real people“ kennenlernen will und in einer Supermarktkette in Ottakring zu arbeiten beginnt. Ihr blendendes Aussehen verschafft ihr aber bald schon den Sprung in die Chefetage – wo natürlich nur Männer sind (Ernst Kurt Weigel als Eigentümer), während der von ihr zurückgewiesene Ken (Christian Kohlhofer) inzwischen sein Machotum entdeckt und Fleisch-Influencer wird. Am Ende geht es sowieso wie immer nur um die Maximierung der Kapitalinteressen auf den Rücken der ausgebeuteten Arbeiterinnen. Unzählige Themen des Feminismus werden angesprochen, am witzigsten sind aber die mit viel Spaß an der Sache von Frauen (Leonie Wahl, Yvonne Brandstetter und Yiva Maj) gespielten Prolo-Männer, die es in freier Wildbahn heute hoffentlich nicht mehr gibt. Bei Babsis Test (Nur ein Ja ist ein Ja und ein Nein ist ein Nein) scheitern sie schmerzvoll.
Foto: Walter Mussil
Infos & Karten: off-theater.at
