Peter Patzak

Die literarischen Erinnerungen des Kottan-Regisseurs Peter Patzak


Die Wohnhausanlage am Friedrich-Engels-Platz ist ein stattlicher Gemeindebau in der Brigittenau. Er ist nach dem Sandleitenhof der zweitgrößte kommunale Wohnbau des „Roten Wien“. Hier wuchs Regielegende Peter Patzak („Kottan ermittelt“) in den 50er-Jahren auf und hier lässt er auch sein Alter Ego Philip Engels seine ersten Erfahrungen – auch jene erotischer Natur – machen.
Text: Helmut Schneider / Foto: Stefan Joham


Patzak taucht kongenial ein in die Stimmung nach dem Krieg, als Halbstarke die Vorräte der Alliierten plündern, ein Moped – auch Schlurfrakete genannt – das Objekt der Begierde jedes jungen Mannes und Wohnraum ein knappes Gut war. Noch sind auch die Bombentrichter aus dem Weltkrieg noch nicht aus dem Stadtbild verschwunden.

„Wo bitte wohnt Herr Friedrich Engels?“ ist eine außergewöhnliche Liebesbekundung an Wien-Brigittenau, an die einzigartige Aufbruchsstimmung 1955 und das skurrile Milieu, das sich im Mikrokosmos des Friedrich-Engels-Platzes entfaltet. Es ist ein Rückblick des Filmemachers im Stil von Fellinis „Amarcord“ auf die eigene Jugend. Das Buch hat starke autobiografische Züge, doch manches ist frei erfunden. Authentisch ist die Grundstimmung: Wie war Jungsein Mitte der Fünfzigerjahre in Wien?

Peter Patzak zeigt ein Kaleidoskop aus Einzelschicksalen, menschlichen Sehnsüchten, Trieben und Gebrechen, das alle Themen des Lebens, auch die historischen, subtil und unangestrengt zeichnet. Traurig, komisch, liebenswert und sehr humorvoll.

Patzaks Prosa erinnert an einen inneren Monolog, die Figuren und Szenen steigen wie aus einem Traum auf. Herrlich die beschriebenen Personen wie der Bezirksinspektor Janda oder das frivole Fräulein Mair. Von Philip angehimmelt wird die Tochter des Hausmeisters, die die Aufnahmeprüfung für die Ballettschule der Wiener Staatsoper schafft. Er verdienst sich ein paar Groschen durch das Schleppen von Kohle aus dem Keller zu den Wohnungen der anderen Hausparteien. Das Buch ist weniger sentimental als schlicht magisch. Der Autor weiß um die Besonderheiten dieser Stadt, die damals noch alle Schattierungen von Grau aufwies. Und das ist nicht nur für jene, die diese Zeit erlebt haben, interessant zu lesen.  


Das Buch
Peter Patzak
Wo bitte wohnt Herr Friedrich Engels?, echomedia buchverlag, 198 Seiten, € 19,80

Der Autor
Peter Patzak (* 2. Jänner 1945 in Wien) ist ein österreichischer Filmregisseur. Der spartenübergreifende Künstler wandte sich nach einem Studium der Fächer Kunstgeschichte, Psychologie und Malerei dem Film zu. Der Sohn eines Polizisten im Rang eines Majors, wurde vor allem durch die Kriminalfilm-Parodie Kottan ermittelt, die er ab 1976 sieben Jahre lang für den ORF produzierte, bekannt. Außerdem ist er ein engagierter Maler, der schon viele Ausstellungen vorweisen kann.

Wien modern

Festival für moderne Musik


Das engagierte Festival für moderne Musik ist natürlich schwer vom Corona-Lockdown betroffen, viele Konzerte können jetzt nicht stattfinden. An voraussichtlich mindestens 24 Abenden während der Ausgangsbeschränkungen macht das Festival aber über seine Website sowie teilweise über ORF Ö1 mehr als die Hälfte des angekündigten Programms kostenlos öffentlich zugänglich.
Foto: Igor Ripak


Zu dem angekündigten Programm gehören insbesondere das Konzert zur Verleihung des Erste Bank Kompositionspreises 2020 an Matthias Kranebitter mit dem Klangforum Wien im Wiener Konzerthaus am 18.11. mit Uraufführungen von Johannes Kalitze, Matthias Kranebitter und Friedrich Cerha sowie die Uraufführung tönendes licht. von Klaus Lang mit den Wiener Symphonikern aus dem Stephansdom am 19.11. Diese Konzerte werden zum angekündigten Zeitpunkt auf wienmodern.at gestreamt. Zahlreiche weitere Produktionen werden teilweise live, teilweise zeitversetzt als Aufzeichung im Lauf der kommenden Wochen angeboten.


Info: wienmodern.at
Facebook: facebook.com/wienmodern

Operntheater

Die Verbesserung der Welt


Das sirene Operntheater im 23. Bezirk bringt mit „6 – Ikarus“ eine Auseinandersetzung von 7 Autoren und Autorinnen, Komponisten und Komponistinnen mit der verbalen und ethischen Verwarlosung des Diskurses. Das Resultat ist von 29. Oktober bis 1. November jeweils um 20.30 Uhr zu sehen.
Fotos: sirene Operntheater


Über das Stück
Kammeroper (UA). Text. Thomas Arzt | Musik. Dieter Kaufmann
29. / 30. / 31. Oktober / 01. November 2020 20.30 Uhr | F23, Breitenfurter Strasse 176, 1230 Wien

Victor, der junge Produktentwickler der Firma Ikarus, hebt ab. Auf seinem Höhenflug verliert er den Boden unter den Füssen: weder hat er Zeit für seine schwangere Freundin Marie und seinen Freund Alexander, noch für den Bettler, der vor dem Eingang des feinen Restaurants, in dem er mit Geschäftspartnern diniert, hungert. Doch als die Erfolgskurve sinkt und Victor zur Umkehr oder vielmehr zum Absturz zwingt, findet er sich zuletzt gerade dort – als hungriger Habenichts vor der verschlossenen Tür. Mehr Infos & Details finden Sie auf: sirene.at

Inspiration
In fast allen Kulturen und Religionen gibt es Tugendreihen, die das Bild eines idealen Menschen beschreiben. Das Besondere an der Tugend ist, dass sie bei aller Dringlichkeit der Empfehlung doch eine freiwillige Handlung bleibt, die das Gute zur persönlichen Entscheidung macht, zum Hinauswachsen über das Gesetz aus Pflichten und Verboten. Insofern ist die Tugend so etwas wie Schönheit – sie ist nicht notwendig, aber sie ist ein entscheidender Schritt aus dem Minimum des Existierens in die Freiheit und Selbstbestimmtheit des Geistes. Damit ist sie ein Modellfall der aufgeklärten Souveränität des Menschen, die seine Würde und Persönlichkeit begründet.
Zu den ursprünglich sechs exemplarischen Werken der Barmherzigkeit aus der sogenannten Endzeitrede Jesu bei Matthäus fügte der Rhetoriklehrer Lactantius im dritten Jahrhundert noch die Ehrung der Verstorbenen hinzu und vervollkommnete damit analog zur Zählung der Todsünden die Siebenzahl.
Die zunehmende verbale und ethische Verwahrlosung des Diskurses, die Verhärtung gegen jene, denen es schlechter geht, und das Gefühl, mit Europa und der Welt gehe es unaufhörlich bergab, hat uns dazu inspiriert, ja fast gedrängt, dem etwas Positives entgegenzusetzen.
sirene erteilte 7 Autoren und Autorinnen, Komponisten und Komponistinnen den Auftrag, sich eines dieser Werke der Barmherzigkeit anzunehmen.

Eindrücke aus den letzten Produktionen im Zyklus:


Naschmarkt-Pirat

Ein echter Wiener


Wien hat kein Meer und keine Marine, aber einen Piraten: den Mann mit Kopftuch auf dem Wiener Naschmarkt.
Text: Christoph Hirschmann / Fotos: Picturedesk, Umar Fisch


Wien hat kein Meer und keine Marine, aber einen Piraten: den Mann mit Kopftuch auf dem Wiener Naschmarkt. Erkan Umar wurde zu Beginn der 1960er-Jahre in Istanbul geboren und besuchte dort die Handelsakademie. Sein Vater war zu dieser Zeit, wie etliche andere Türken damals auch, Gastarbeiter in Ternitz. Der Jüngling übersiedelte nach Österreich, um an der Wirtschaftsuni zu studieren. Tatsächlich brachte er sich aber mit Gelegenheitsjobs wie Fabriksarbeiter, Zimmermann, Autowäscher und Tankwart durch. Bei Semperit prüfte er Latexhandschuhe auf ihre Dichtheit. Das kann doch nicht alles gewesen sein, mag er sich gedacht haben.

Legende
Am Wiener Naschmarkt wurde zufällig ein winziges, aber prominent gelegenes Fischgeschäft frei. Das angelte er sich. Ein knappes Jahrzehnt später kam das Restaurant dazu. Heute ist „Umar Fisch“ eines der Flagships der Wiener Gastroszene. Und der Mann mit Kopftuch steht immer noch hinterm Steuer.
Der Naschmarkt-Pirat ist fast so legendär wie der Calafati im Wiener Prater.


Info: umarfisch.at

Nachbericht in Bildern

Kaffeehäuser-Obmann Wolfgang Binder und Imperial-Direktor Mario Habicher.

Das war die Wiener Kriminacht im Kaffeehaus


Trotz eingehaltener Coronabestimmungen war die Stimmung bei der Kriminacht in den Wiener Kaffehäusern bestens. Heuer wurde bei der Kriminacht auch erstmals der von der Stadt Wien und dem Hauptverband des österreichischen Buchhandels ausgerichtete Leo-Perutz-Preis für Wiener Kriminalliteratur vergeben. Siegerin Ursula Poznanski war überglücklich. Ein Nachbericht in Bildern.
Fotos: Stefan Joham; Stefan Diesner; Bubu Dujmic; Arman Rastegar


Hauptverband-Präsident Benedikt Föger (links) und Jürgen Sidl, GF Bestattung Wien, gratulieren Leo-Perutz-Preis-Gewinnerin Ursula Poznanski.
Die Leo-Perutz-Preis-Nominierte Autorin El Awadalla las aus ihrem Krimi „Zu viele Putzfrauen“ im Café Hawelka.
Erstmals dabei: Neoautor & Kabarettist Leo Lukas.
Eva Rossmann war aufgrund eines Unfalls verhindert. Schauspielerin Chris Pichler las ihre Kurzgeschichten im Sluka.
Lemming-Erfinder Stefan Slupetzky und Nikolaus Weidinger vom Kult-Café Weidinger am Gürtel

Kinderkunstfest

Kommt zum Fest!


KIKUFE: Das KinderKunstFest findet heuer bereits zum zweiten Mal statt. Von 26. Oktober bis 2. November gibt es ein tolles Programm.
Text: Ursula Scheidl / Fotos: Stefan Diesner


Das KinderKunstFest bringt Wiener Kinder an alle Orte Wiens, in denen bildende und andere Kunst stattfindet. Vor allem richtet es sich an jene Kinder, die bislang noch nie oder selten in Museen, Ausstellungen oder Kunstinstitutionen zu Besuch waren. An allen Ferientagen können Kinder zwischen 6 und 14 Jahren mehr über Kunst erfahren, selbst malen, filzen, fotografieren, drucken oder bei einer Zeitreise alte Kulturen kennenlernen. Das sind nur einige Beispiele aus dem vielfältigen Programm, aus dem Kinder wählen können, um Kunst live zu erleben. Die meisten Veranstaltungen sind besonders günstig oder kostenlos.

Von 26. Oktober bis 2. November
Am Montag, dem 26. Oktober, geht es um 14 Uhr im Wiener Rathaus los. Da wird das KinderKunstFest feierlich eröffnet. Im Anschluss an die Eröffnung liest Erich Schleyer Geschichten aus seinem Buch. Man erfährt etwa, was eine „Kamate oder ­Tomoffel“ ist, und er spricht auch darüber, ob wir Menschen es schaffen werden, den Klimawandel aufzuhalten. Am 29. 10. um 10 Uhr findet dann noch eine Führung durch das Rathaus statt, eine tolle Gelegenheit, den Arbeitsplatz der Stadtpolitiker hautnah zu erleben.

Spielerisch
Die Grundidee von KiKuFe ist ein Spiel: Kinder besuchen Wiener Institutionen wie Museen, Kunst- und Ausstellungshallen und nehmen dort an speziellen Führungen & Workshops teil. Bei jeder Veranstaltung bekommen sie einen Stempel in ihren KinderKunstFest-Pass, der gleichzeitig als Programmheft dient. Sind 6 Kästchen abgestempelt, können sie sich ein Geschenk abholen und nehmen an einer Verlosung für Familienwochenenden im Alpenhotel Gösing teil. Jedes teilnehmende Kind erhält zudem ein Goodie-Bag mit netten Überraschungen.

ABER ACHTUNG: Die Führungen und Workshops sind jeweils für eine begrenzte Anzahl von Kindern konzipiert. Daher müssen interessierte Kinder bei der Anmeldung schnell sein!
Das KinderKunstFest dankt der Stadt Wien und der Wiener Städtischen Versicherungs AG für die Unterstützung.
Alle Veranstaltungen auf der KiKuFe-Website: www.kinderkunstfest.at 


Das Kinder­kunst­fest in Wien
26. Oktober bis 02. November 2020

Willkommen bei der größten Kinder Kunst Eventwoche aller Zeiten in Wien! Hier kannst du das Passende für dich finden – Willst du mehr über Kunst erfahren? Willst du selbst malen, filzen, fotografieren, drucken? Willst du bei einer Zeitreise alte Kulturen kennenlernen? Klick dich durch unseren Kalender und melde dich schnell an!

Die Kriminacht im Kaffeehaus

Am 6. Oktober wird Wien zum „Tatort“


Die Kriminacht im Kaffeehaus am Dienstag, 6. Oktober, trotzt der Coronakrise. In 27 Cafés und diversen Sonderlocations finden ab dem frühen Abend Lesungen von Autoren statt. Erstmals wird im Rahmen der Kriminacht der Leo-Perutz-Preis für Wiener Kriminalliteratur vergeben.
Foto: Stefan Joham


Bei der 16. Kriminacht im Kaffeehaus können wieder fast alle Stars der heimischen Krimi- und Thrillerszene wie Claudia Rossbacher, Kurt Palm, Manfred Rebhandl, Andreas Pittler, Edith Kneifl, Christian Klinger oder Eva Rossmann live erlebt werden. Und so ist es logisch, dass der von der Stadt Wien und dem Hauptverband des österreichischen Buchhandels ausgerichtete Leo-Perutz-Preis (Preisgeld: 5.000 Euro) heuer beim Auftakt der Kriminacht im Hotel Imperial vergeben wird. Nominiert sind heuer: Johann Allacher („Wiener Blues“), El Awadalla („Zu viele Putzfrauen“), Ursula Poznanski („Vanitas – Grau wie Asche“), Stefan Slupetzky („Im Netz des Lemming“) und Bastian Zach („Donaumelodien – Praterblut“). Alle Nominierten werden bei der Kriminacht lesen, Bestsellerautorin Ursula Poznanski natürlich am Zentralfriedhof (Aufbahrungshalle 2), denn ihre Thrillerreihe „Vanitas“ ist ebendort angesiedelt.

34 Autorinnen und Autoren
Insgesamt sind heuer 34 Autorinnen und Autoren dabei, ebenso wie alle namhaften Kaffeehäuser – vom Café Museum und dem Frauenhuber in der Innenstadt bis zum Café Ritter in Ottakring oder dem Jonas in Floridsdorf.

Neben den österreichischen Stars besucht auch der Italiener Massimo Carlotto die Kriminacht. Als Sympathisant der Linken wurde er in den 1970er-Jahren in einem umstrittenen Gerichtsverfahren wegen Mordes verurteilt. Nach fünfjähriger Flucht und einer Gefängnisstrafe von sechs Jahren wurde er 1993 begnadigt. Seither schreibt er Bestseller. Er wird bei der Kriminacht-Außenstelle in der Hauptbücherei am Gürtel lesen. Beliebt ist seit vielen Jahren auch die Sonderlocation 48er-Tandler, wo heuer Johann Allacher und Michael Horvath lesen werden.

Sicherheit
Selbstverständlich werden alle Coronabestimmungen genau eingehalten. Seit 28. September müssen sich alle Gäste in den Kaffeehäusern registrieren und – bis sie am Platz sitzen – Maske tragen. Das kann aber echte Krimifans sicher nicht abschrecken, zumal Autorenlesungen jetzt nicht gerade häufig zu erleben sind!

Der Veranstalter der Kriminacht – das echo medienhaus – bedankt sich bei ihren Partnern Wirtschaftskammer Wien – Buch und Medienwirtschaft sowie Kaffeehäuser – und der Stadt Wien für die Unterstützung.


Frauengesundheitswoche

Linett Tunc – ©Wiener Frauengesundheitswoche

Die Erste Wiener Frauengesundheitswoche


Das Wiener Programm für Frauengesundheit bietet heuer erstmals eine Woche lang ein umfangreiches Online-Angebot zur Frauengesundheit. Von 28. September bis 2. Oktober werden zahlreiche Radio- und TV-Beiträge, Online Vorträge in Livestreams, Podcasts zum Nachhören sowie diverse On- und Offline-Beteiligungsaktivitäten angeboten. Mädchen als auch Frauen in allen Lebenslagen sollen zu den verschiedensten Themen der Frauengesundheit sensibilisiert und informiert werden. Denn Frauengesundheit ist weit mehr als PAP-Abstrich oder Brustkrebsvorsorgeuntersuchung. Um den Themen auch ein Gesicht zu geben, wurden 8 Wienerinnen gefunden, die für diese stehen.


Themenschwerpunkte für Gesundheit von Mädchen und Frauen in allen Lebenslagen

An fünf Schwerpunkttagen – „Seelische Gesundheit“, „Sexuelle Gesundheit“, „Frauengesundheit ein Leben lang“, „Gesund ins Alter“ und „Schwangerschaft und Geburt“ – wird dieser Frage nachgegangen. Corona war und ist auch eine Belastung für die Seele, daher geht es in der Wiener Frauengesundheitswoche auch um die seelische Gesundheit: Stichwort Depressionen, Entschleunigung oder auch Gewalt gegen Frauen. Sexualität begleitet Frauen ein Leben lang – von der Wahl des richtigen Verhütungsmittels, über das Thema Wunschkind oder unerfüllter Kinderwunsch bis hin zu den Wechseljahren oder auch Sexualität im Alter. Einen Tag lang dreht sich alles rund um Schwangerschaft und Geburt, ein anderes Mal geht es in der 1. Wiener Frauengesundheitswoche nur ums gesund älter werden.

5 Thementage

· Montag, 28.9.: Seelische Gesundheit
· Dienstag, 29.9.: Frauengesundheit ein Leben lang
· Mittwoch: 30.9.: Sexuelle Gesundheit
· Donnerstag, 1. 10.: Gesund ins Alter – und auch Brustgesundheitstag
· Freitag, 2.10.: Schwangerschaft und Geburt

Alle Informationen & Details finden Sie auf: wienerfrauengesundheitswoche.at


Indielabelwoche

Frisch & jung: Die 2. Österreichische Indie Label Woche


Wiens Alt-Bürgermeister Michael Häupl meinte einmal: „Alles, was in Wien mehr als einmal stattfindet, hat Tradition“. Nun, wenn nicht irgendwelche Viren wieder einen Strich durch die Rechnung machen, geht vom 19.-24.10. im Wiener REIGEN die traditionelle, weil bereits Zweite, Österreichische Indie Label Woche über die Bühne.


Wer nun dachte, Corona wäre das endgültige Ende vieler Indie-Initiativen, irrt. Von 19. bis 24. Oktober 2020 geht die 2. Österreichische Indie Label Woche über die Bühne. Dazu ließen sich die Künstlerinnen und Künstler selbst eine Menge an Aktivitäten einfallen, von denen nun einige zur Präsentation gebeten werden. Hier wird frische, junge und heimische Musik quer durch die Genres geboten. Hier nur einige wenige der vertretenen KünstlerInnen:

The Rising Sun – ©Pavol Kulkovsky

The Rising Sun
Im Kaninchenbau des Klangs, eingängige Melodien mit fesselnden Basslinien und Trommelgrooves das sind die wesentlichen Fragmente ihrer Musik. Aus dem nördlichen Teil der Slowakei stammend, entziehen sich The Rising Sign jeder einfachen Genre-Definition. Sie spielen die Musik einfach so, wie sie sie mögen und wie sie sie empfinden.

Nine Lives – ©Agnes Salzer

NINE LIVES
Rock With The Devil! Erfrischend, mitreißend und soundtechnisch am Puls der Zeit rotzen sich die hochtalentierten Jungspunde von NINE LIVES durch ihr vielgelobtes Debütalbum „Dance With The Devil“. Mit ihrem hochenergetischen Classic-/Alternative- Rock werden sie am 23.10. den „Reigen“ eröffnen!

Maddy Rose – ©Christina Karagiannis

Maddy Rose
Kraftvoll, Soulig, Jazzig: Maddy Rose zieht ihre ZuhörerInnen mit ihrer starken Stimme in den Bann – Norah Jones meets Amy Winehouse. Mit ihrer kommenden Single “In a better place” trifft sie genau auf den Nerv der Zeit – eine neue Wende im Leben von uns allen. “In a better place” versprüht Euphorie und Optimismus. Es ist der Neubeginn und ein neuer Anfang nach einer schwierigen und herausfordernden Zeit. Der internationale Einfluss der Londoner Musikszene ist bei ihren Live Performances und ihrer Musik heute noch hör- und spürbar.

©Odd Ashes

Odd Ashes
Deep, acid, trippy, moody Underground Techno. Seltsame Asche. Ein weiteres Projekt von Daniel Stöger alias FNX, bekannte Figur aus den Projekten Disordered Kind und Anacle. Diesmal hat er sich mit seinem alten Kumpel Andi Leschitz zusammengetan und den ersten rein lokalen österreichischen – Land Burgenland – Act auf Mai Lei Bel gegründet.


Neben den „Mentoren“ des Vorjahres, Till Philippi und Dietmar Hoscher gesellten sich heuer auch die Jungs von Noise Appeal Records zum Team hinzu, Dominik Uhl und Michael Marlovics. Diese Labels sind bei der Indielabelwoche dabei: Rhythm & Poetry, Mai Lei Bel, Silvertree Records, monkey./Blind Rope Records, Stark!Strom! Nacht presented by Mars Music Productions sowie Problembär Records. An Bands wird es alles von Hardcore über Rock und Techno bis Electronic geben, etwa Naplava, Voodoo Smurfs, Go! Go! Gorillo, Brofaction, Helmut Rhode, Noir Voir, The Rising Sign, Odd Ashes, Maddy Rose, Anja Thaler, pauT, Amanda oder auch Jansky, Cil City, Autumn Bride, Nine Lives. Mit dabei sein wird auch Labelchefin Anne Eck, deren 2018 auf Silvertree erschienene EP „Rise“ in ihrer intensiven, introspektiven Sinnsuche nach wie vor Maßstäbe im Pop setzt, uneingeschränkt nach einem Nachfolgealbum schreit und erfreulicherweise in die bisherige Männer-Label-Domäne einbricht. Wie schon im Vorjahr: mehr Vielfalt geht (fast) nicht!

Informationen & Details sowie das gesamte Programm gibt es auf: indielabelwoche.at


Ein Kommentar

Spitze Feder


Am 11. Oktober wird in Wien gewählt – der Wahlkampf is allseits voll im Gange. Für die ÖVP tritt Finanzminister Gernot Blümel an. Als potenzieller Bürgermeister will er laut einer Plakatkampagne „Wien nach vorne bringen“. Dieser Spruch stößt einigen Wienern sauer auf – unter anderem dem Schriftsteller Robert Menasse.
Foto: Bubu Dujmic


„Wien nach vorne bringen“ – dieser Spruch ziert derzeit ÖVP-Wahlplakate in der Bundeshauptstadt. In sozialen Medien ärgern sich Wiener über den Slogan – und kontern zum Teil mit Kritik. So auch der Schriftsteller Robert Menasse, der seinem Unmut in einer Antwort auf ein öffentliches Facebook-Posting von Gernot Blümel Luft verschaffte. Hier der Kommentar:

„Lieber Gernot Blümel, was meinen Sie mit „Wien wieder nach vorne zu bringen“? Was ist „vorne“? Wo ist dieses „vorne“? Wieso „wieder“? Das bezieht sich offenbar auf die Geschichte der Stadt – wann war Ihrer Meinung nach Wien „vorne“, und daran müsse man nun „wieder“ anschließen? Meinen Sie Zeit VOR dem roten Wien, als die Stadt einen antisemitischen Bürgermeister hatte, von dem Hitler lernte? Können Sie sich bitte konkret ausdrücken?

Ich möchte Sie an Folgendes erinnern: So gut wie alles, was Wien heute so lebenswert macht und international bewundert und von den Wienern geliebt wird, hätte es mit Christdemokratischer bzw ÖVP-Regierung nicht gegeben: Gemeindebauten, sozialer Wohnbau (und dadurch immer noch einigermaßen leistbares Wohnen), denn Christdemokraten haben nie gezeigt, dass sie in Wien bauen können oder wollen, sie haben nur gezeigt, dass sie in Gemeindebauten hineinschießen, weiters: es gäbe keine Fußgängerzonen (ich erinnere mich, wie die ÖVP schon gegen die erste Fußgängerzone, am Graben, mobilisiert hat), es gäbe keine U-Bahn (ich erinnere mich, wie die ÖVP gestänkert hat, dass mit der U1 jetzt Proleten in 10 Minuten in die City kommen können…), es gäbe keine Donauinsel (ich erinnere mich, wie die ÖVP dagegen mobilisiert hat, zum Glück hilflos!), es gäbe keine UNO-City und kein Konferenz-Zentrum (die ÖVP hat ein Volksbegehren gegen Wien als Internationale Metropole gestartet), und es gäbe keine Stadterneuerung (die ÖVP wollte, dass Hauseigentümer abreißen und demolieren können, wenn es Spekulantenprofit verspricht), und und und und – und Sie, Herr Blümel, wagen es, Wien schlecht zu machen und glauben im Ernst, dafür gewählt zu werden?

Sie, als Vertreter einer Partei, die, zum Glück erfolglos, die Entwicklung Wiens zu einer lebenswerten und bunten Metropole bekämpft hat, wollen Wien in ein „vorne“ bringen, das Sie selbst nicht genauer definieren können, das aber nach allen Erfahrungen mit Ihrer Partei näher beim Mittelalter ist als bei den Bedürfnissen der Zeitgenossen. Als Finanzminister wurden Sie auffällig als einer, der sechs Nullen vergisst. Dann waren Sie nicht imstande, ein EU-Formular korrekt auszufüllen. Ich empfehle Ihnen zu schweigen.“