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Geometrische Körper – Sabine Aichhorn in der HOLLEREI Galerie

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Unter dem Titel “Geometrische Gefühle” präsentiert die HOLLEREI Galerie ab 2. März Sabine Aichhorn in einer Einzelausstellung. Die Bilder von Sabine Aichhorn sind oft bunt und facettenreich: Geometrische Figuren verkeilen sich ineinander und öffnen Räume, die sich bis an ferne Horizonte zu erstrecken scheinen. Dominant in diesen Farben- und Formenverwirbelungen ist das Dreieck, das, mal stechend gelb, dann wiederum karmesinrot oder azurblau die Leinwand koloristisch gestaltet. Es liegt ein tänzerisches Element in diesen Arrangements, die geometrischen Körper scheinen in manchen der pastelligeren Arbeiten zu schweben wie Mobiles von Alexander Calder. Wenn aber die Betrachter*innen den Oberflächenzauber durchbrechen und die Symbolik der Dreiecksform registrieren, wird klar, dass hier mit den ´Waffen einer Frau` visuell verführt wird, um gleichzeitig eine emanzipatorische Botschaft zu formulieren: Denn das Dreieck gilt als Symbol der Emanzipation und des feministischen Kampfes und bringt mit seiner spitzen Form Wehrhaftigkeit und Widerstandskraft zum Ausdruck. Auf diese Weise zeigen Sabine Aichhorns Werke, dass auch die abstrakte Malerei ein Terrain feministischer Praxis sein kann, wenn auch unter dem Deckmantel der schönen Form und des ästhetischen Equilibriums. Ihre Bilder markieren kraftvolle energetische Räume, in denen Geometrie zum Ausdrucksmittel wird: Linien, Flächen und Kontraste sind keine neutralen Formen, sondern Träger von Stimmung, Spannung und Energie.

Sabine Aichhorns Malerei ist eine künstlerische Vision von Geometrie als
Medium, das Raum, Zeit und Emotion zugleich formt und die Betrachter*innen zu Teilnehmern an einer Geschichte macht, die nur als schwaches Wetterleuchten am Wahrnehmungshorizont existiert und im Akt der Rezeption erst formuliert werden muss.

Text: Thomas Mießgang

Vernissage: 02.03.2026 / 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 03.03. – 29.03.2026
hollerei-galerie.at

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