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Das war die Kriminacht 2021

Das war die Kriminacht


Beste Stimmung herrschte bei den Gästen der schon längst traditionellen Feier des Kriminalromans in den Kaffeehäusern Wiens. Das abwechslungsreiche Programm umfasste Krimineulinge wie Drehbuchschreiber Uli Brée (Vorstadtweiber) und „Veteranen“ wie Andreas Pittler, Eva Rossmann, Stefan Slupetzky, Claudia Rossbacher, Beate Maxian oder Manfred Rebhandl, die von Beginn an bei (fast) jeder Kriminacht dabei waren. Auch beinahe alle Traditionscafés wie Hummel, Frauenhuber, Korb, Landtmann, Museum, Ministerium, Westend, Schwarzenberg, Sluka, Goldegg, Ritter oder Weimar waren mit an Bord.


Wolfgang Binder, Branchenobmann der Wiener Kaffeesieder und Chef des Café Frauenhuber bei der Kriminacht. – ©Stefan Joham

Zusätzlich gabt es aber auch einige Gastlocations wie ein DDSG-Schiff, der 48er-Tandler oder die Aufbahrungshalle am Simmeringer Zentralfriedhof. Im Admiralkino wurde der Film „Aufzeichnungen aus der Unterwelt“ von Tizza Covi und Rainer Frimmel gezeigt – eingeleitet von Burgtheaterstar Robert Reinagl. In der Hauptbücherei unterhielt der griechische Bestsellerautor Petros Markaris („Das Lied des Geldes“) seine zahlreichen Fans.

Alex Beer las im Schiff der DDSG, das auf dem Donaukanal eine Runde fuhr. – ©Arman Rastegar

LEO-PERUTZ-PREIS
Beim Kriminacht-Auftakt wurde im Hotel Imperial auch der vom Hauptverband des österreichischen Buchhandels und der Stadt Wien gestiftete und mit 5.000 Euro dotierte Leo-Perutz-Preis vergeben. Die Siegerin Anne Goldmann war allerdings verhindert. Leonie Pürmayr von Goldmanns Verlag (Argument) nahm für sie den Preis entgegen. Anne Goldmann schreibt schon seit 2011 Kriminalromane. Sie arbeitete als Sozialarbeiterin unter anderem in einer Justizanstalt und betreute 26 Jahre lang hauptberuflich Straffällige in der Zeit nach der Haft. Im Siegerroman „Alle kleinen Tiere“ gerät eine Frau nach einem blöden Missverständnis in der Psychiatrie. Die Laudatio für sie hielt Ursula Poznanski, die Leo-Perutz-Preisträgerin 2020. Nominiert waren neben Anne Goldmann auch Sabina Naber, Sabine Kunz, René Anour und Reinhard Gnettner.

Kriminacht-Mastermind Helmut Schneider (links) mit Hotel Imperial General Manager Mario Habicher bei der Kriminacht-Eröffnung im Hotel Imperial. – ©Stefan Burghart

Zum Andenken an den 2012 verstorbenen oftmaligen Kriminacht-Gast Ernst Hinterberger, der heuer seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte, verschenkte das Kriminacht-Team ausgewählte Trautmann-Krimis an Besucher.

Die Kriminacht dankt seinen Unterstützern wie der Wirtschaftskammer Wien und der Stadt Wien.


INFO:
kriminacht.at

Sag’s Multi!

©ORF

Sag’s Multi!


Bereits zum 13. Mal können heuer motiviere LehrerInnen ihre Schülerinnen und Schüler beim mehrsprachigen Redewettbewerb „SAG’S MULTI!“ nominieren. Der ORF lädt zur Teilnahme vor Mikrophon und Kamera ein. Die Anmeldung läuft noch bis 8.11.2021, Leitthema ist „Wer ist Wir?“. Dazu sucht der ORF Redetalente.


WER IST WIR?
Wer mit dem Video einer Kurzrede in der Vorrunde die Jury überzeugt, tritt ab Februar in der Hauptrunde mit einer längeren Rede (sechs bis acht Minuten) vor Publikum und Jury an. Wer sich in der Hauptrunde für die Finalrunde qualifiziert hat, tritt dann mit einer neuen Rede (neues Thema, Länge sechs bis acht Minuten) in den ORF Landesstudios an. Die Veranstaltungen der Finalrunde (April-Mai) finden ebenfalls vor Publikum statt und werden im Livestream übertragen. Veranstaltungen, Radio- und Fernsehsendungen geben den jungen Redetalenten eine Bühne. Hier könnt ihr euch anmelden!

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„Sags Multi“ öffnet durch gemeinsamen Dialog Tore und verbindet junge Menschen, die Österreich reicher machen. – ©ORF

DAS GEHEIMNIS LIEGT IN UNSEREN GESCHICHTEN
„Meine Geschichte ist traurig? Ja! Mir sind schreckliche Dinge passiert? Ja! Bin ich schuld daran? Nein! Muss ich mich dafür schämen? Ganz sicher nicht!“ – der mehrsprachige Redewettbewerb SAG’S MULTI! öffnet Tore zu jungen Menschen, die Österreich reich machen. So auch die Geschichte von Khadra. https://www.youtube-nocookie.com/embed/Wji9u1L8JT4?feature=oembed

Khadra ist in Somalia geboren. Als 14-jährige ist sie von ihrer Mutter auf die Reise geschickt worden, zur Flucht gezwungen worden, damit sie einer Zwangsheirat entgeht. Als 16-jährige ist sie als minderjähriger Flüchtling in Österreich angekommen und hat hier eine Familie gefunden, die sie adoptiert hat. Heute macht sie die zweijährige Ausbildung zur Pflege Fachassistentin in der Klinik Ottakring. Aktuell absolviert sie ihr Praktikum auf der Unfallchirurgie.

2019/20 hat Khadra an SAG’S MULTI! teilgenommen. Ihre Rede in der in der Hauptrunde hat sie zum Thema „Unique – jede Geschichte zählt“ gehalten und dabei zwischen Somali und Deutsch gewechselt. Die Rede der damals 20-jährigen vermittelt eine besondere Klarheit über das, was Menschen gut zusammenleben lässt.

Alle Infos zur Anmeldung gibt’s auf sagsmulti.orf.at


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Kriminacht 2021

Am Dienstag nicht verpassen: Die Kriminacht im Kaffeehaus! – ©Stefan Joham

12. Oktober – Die Kriminacht im Kaffeehaus


Die beliebte Leistungsschau heimischer Krimischreiber geht heuer ins 17. Jahr – 38 Autorinnen und Autoren lesen aus ihren Krimis. Alle Veranstaltungen sind bei freiem Eintritt zu besuchen!


Alex Beer, Andi Pittler, Eva Rossmann, Claudia Rossbacher, Kurt Palm, Edith Kneifl oder Stefan Slupetzky – fast alle Stars der heimischen Krimiszene haben bei der Kriminacht ihren Auftritt. Kabarettist & Autor Dieter Chmelar wird mit Erwin Steinhauer im Café Hummel  über den „Polt“ des Alfred Komarek reden, den der Schauspieler in 6 ORF-Verfilmungen spielen durfte. Aber selbstverständlich wird auch Steinhauer, der kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte, geehrt. Und Georg Biron wird einen lebensechten Krimi präsentieren, nämlich die sehr persönlichen Erinnerungen an seinen früheren Freund Udo Proksch. Insgesamt 30 Wiener Kaffeehäuser sowie  Hotelcafés und -bars sind diesmal dabei. Zusätzlich gibt es aber auch noch zahlreiche Gastlocations.der Wald“ bekannt, heuer liest sie aus ihrem neuen Thriller „Mit mir die Nacht“.

Im Admiralkino gibt es bei freiem Eintritt eine Sondervorführung des Films „Aufzeichnungen aus der Unterwelt“ – ©Stadtkino Filmverleih

FILM-EXTRA
Im Admiralkino gibt es bei freiem Eintritt eine Sondervorführung des Films „Aufzeichnungen aus der Unterwelt“ von Tizza Covi und Rainer Frimmel. Mitten im Geschehen stehen der Wienerlied-Sänger Kurt Girk und sein legendärer Freund Alois Schmutzer. Beide müssen ihre Nähe zum illegalen Kartenspiel „Stoß“ nach einem umstrittenen Prozess mit langen Haftstrafen büßen. Die Einleitung dazu hält Burgtheaterstar Robert Reinagl. (Reservierungen unter admiralkino.at)

Zum Andenken an den 2012 verstorbenen oftmaligen Kriminacht-Gast Ernst Hinterberger, der heuer seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte, verschenkt das Kriminacht-Team ausgewählte Trautmann-Krimis an Besucher.

Alle Infos gibt es unter: kriminacht.at

Die Kriminacht dankt seinen Unterstützern wie der Wirtschaftskammer Wien und der Stadt Wien.

Kriminacht 2021

Kriminacht im Kaffeehaus


Am 12. Oktober 2021 finden sich wieder zahlreiche Wienerinnen und Wiener in etlichen Locations der Stadt ein, um die beliebte Leistungsschau heimischer Krimischreiber – heuer mit Gaststar Petros Markaris und einer Filmvorführung – selbst zu erleben: Die Kriminacht!
Foto: Stefan Joham


Drehbuchschreiber Uli Brée (Vorstadtweiber) ist zum ersten Mal dabei, denn sein Krimidebüt „Du wirst mich töten“ über eine schwangere, junge Polizistin mit bedrückender Vergangenheit erscheint punktgenau zur Kriminacht. Brée wird im Hotel Beethoven lesen, das auch im Roman vorkommt. Andreas Pittler lässt in seinem neuen Thriller „Vienna Dschihad“ seinen Inspektor Glauber im Terrormilieu ermitteln. Und Constanze Scheib schickt in „Der Würger von Hietzing“ eine noble Villenbesitzerin auf Mörderjagd. Michaela Kastel (Titelbild) wurde mit „So dunkel der Wald“ bekannt, heuer liest sie aus ihrem neuen Thriller „Mit mir die Nacht“.

Drehbuchschreiber Uli Brée ist heuer bei der Kriminacht dabei. – ©Jan Frankl

LEO-PERUTZ-PREIS
Sabina Naber, Sabine Kunz, René Anour, Anne Goldmann und Reinhard Gnettner stehen mit ihren Krimis auf der Shortlist zum Leo-Perutz-Preis, der im Rahmen der Kriminacht vergeben wird. Selbstverständlich haben alle Nominierten eine Lesung in einem Kaffeehaus. Und ebenso selbstverständlich sind auch die Publikumalieblinge vorangegangener Kriminächte (heuer schon die 17. ihrer Art!) wie Christian Klinger, Eva Rossmann, Claudia Rossbacher, Edith Kneifl, Theresa Prammer oder Stefan Slupetzky wieder dabei. Als Stargast aus Athen reist der griechische Bestsellerautor Petros Markaris („Das Lied des Geldes“) an, der in der Hauptbücherei Wien lesen wird.

GESPENSTISCH
Wie wandlungsfähig das Genre Krimi ist, beweist etwa Gerhard Loibelsberger, der in „Micky Cola“ die Story eines als Phantom wahrgenommenen Songwriters beschreibt. Gespenstisch sozusagen, weshalb Loibelsberger diesmal in Simmering in der Aufbahrungshalle 2 am Zentralfriedhof lesen wird. Im Admiralkino gibt es bei freiem Eintritt eine Sondervorführung des Films „Aufzeichnungen aus der Unterwelt“ von Tizza Covi und Rainer Frimmel. Mitten im Geschehen stehen der Wienerlied-Sänger Kurt Girk und sein legendärer Freund Alois Schmutzer. Beide müssen ihre Nähe zum illegalen Kartenspiel „Stoß“ nach einem umstrittenen Prozess mit langen Haftstrafen büßen. Die Einleitung dazu gibt Burgstar Robert Reinagl (Reservierungen unter: admiralkino.at).

Im Admiralkino gibt es bei freiem Eintritt eine Sondervorführung des Films „Aufzeichnungen aus der Unterwelt“ – ©Stadtkino Filmverleih

GEDENKEN
Zum Andenken an den 2012 verstorbenen oftmaligen Kriminacht-Gast Ernst Hinterberger, der heuer seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte, verschenkt das Kriminacht-Team ausgewählte Trautmann-Krimis an Besucher. Die Kriminacht dankt seinen Unterstützern wie der Wirtschaftskammer Wien und der Stadt Wien.


Das war das Donauinselfest 2021

DIF 2021: Ein „fast normales“ Donauinselfest


Das 38. Donauinselfest ist dieses Wochenende über die Bühne gegangen. Unter dem Motto #wieniezuvor konnten bis zu 42.000 Besucherinnen und Besucher ein fast „normales“ Donauinselfest feiern. Mit einer Gesamtauslastung von rund 80% war das Festivalgelände trotz herbstlicher Temperaturen gut besucht.


DREI TAGE FESTIVALSTIMMUNG
Von 17. bis 19 September herrschten auf der Insel drei Tage Festivalstimmung. Alle vier Bühnen wurden dabei von österreichischen Künstlerinnen und Künstlern bespielt. „Es hört sich an, fühlt sich an und riecht sogar wie ein altbewehrtes Donauinselfest. Ich freue mich sehr, dass die 38. Ausgabe mit grandiosen Shows und ausschließlich heimischen Acts so ein Erfolg war“, so Barbara Novak, Landesparteisekretärin der Veranstalterin SPÖ Wien. Laut Novak wollte man mit dem Line-Up beim diesjährigen Donauinselfest besonders die heimische Musiks- und Veranstaltungsszene fördern, sowie allen danken, die in der Pandemie viel leisten. „Für nächstes Jahr wünschen wir uns aber natürlich wieder ein traditionelles Donauinselfest im Juni und – sofern es die COVID-19-Entwicklung zulässt – ein Fest wie früher!“, freut sich die Landesparteisekretärin auf das 39. Donauinselfest 2022.

SICHERHEIT UND GESUNDHEIT AN ERSTER STELLE
Um ein ausgelassenes Feiern am DIF zu ermöglichen, wurde ein eigener COVID-19-Sicherheitsbeirat in die Planungen miteinbezogen. Dieser erarbeite gemeinsam mit den Organisatoren und Behörden einen sicheren Ablauf für das Open-Air-Spektakel. So gelangten Besucher auf das Festivalgelände nur mit einem personalisierten Ticket sowie einem negativen PCR-Test. Zusätzlich gab es für alle Teilnehmer die Möglichkeit zu einer kostenlosen COVID-19-Schutzimpfung ohne Voranmeldung. 

©Manuel Domnanovich: Am Eingang wurden Tickets und PCR-Testergebnisse kontrolliert.
©Manuel Domnanovich: Am Eingang wurden Tickets und PCR-Testergebnisse kontrolliert.

Matthias Friedrich, Geschäftsführer Pro Event Team und Organisator des DIFs: „Wir freuen uns sehr, dass wir für alle Besucherinnen und Besuchern solch fulminante Shows auf der Donauinsel anbieten konnten. Möglich machte das ein umfassendes Sicherheitskonzept, das (…) stets an die aktuelle Lage angepasst worden ist.“

BUNTES PROGRAMM

An den drei Tagen feierten rund 250 Künstlerinnen und Künstler mit den Besuchern des diesjährigen DIFs. Am Freitag stand auf der großen Festbühne in Kooperation mit radio FM4 Kruder & Dorfmeister als Headliner am Programm. Zeitgleich trat Viktor Gernot auf Ö1 Kulturbühne auf und auf der Schlagerbühne spielte der Schlageraltmeister Semino Rossi. Samstags rockte ein wahres Austropop-Feuerwerk mit Gert Steinbäcker, Schiffkowitz, Marianne Mendtund vielen mehr die Radio-Wien-Festbühne.

©Alexander Müller: Seiler & Speer heizten auch bei kühlen Temperaturen dem Publikum ein.
©Alexander Müller: Seiler & Speer heizten auch bei kühlen Temperaturen dem Publikum ein.

Zum großen Finale am Sonntag beehrten das Duo Seiler & Speer die Festbühne in Kooperation mit Hitradio Ö3. Ein eigenes Kinderprogramm mit Rolf Rüdiger und Robert Steiner machten auch den kleinsten Festivalbesucher eine große Freude. Wer nicht vor Ort sein konnte, erlebte die Highlights live auf ORF III. „Ein großer Dank gilt auch der ganzen DIF-Familie, allen Sicherheitskräften, allen Freiwilligen und allen am Fest Beteiligten“ so Friedrich. Und schließt ab: „Mit den strengen Corona-Maßnahmen ist und bleibt das Donauinselfest das sicherste Freiluftevent Österreichs!“

©Thomas Peschat Robert Steiner und Rolf Rüdiger erfreuten nicht nur die kleinen Festivalbesucher.
©Thomas Peschat Robert Steiner und Rolf Rüdiger erfreuten nicht nur die kleinen Festivalbesucher.

Das war der D-Day für Doderer

Erster D-Day für Doderer bei regem Besuch


Die Heimito-von-Doderer-Gemeinde in Wien hat einen neuen Fixpunkt. 70 Jahre nach Erscheinen der „Strudlhofstiege“ fand in Wiener Café Landtmann der erste „D-Day für Doderer“ statt. Und zwar genau an jenem Datum – 21. September – an dem Mary K. im Roman ihr hübsches rechtes Bein von einer Straßenbahn abgefahren wird.


Im vollbesetzten  „Pressekonferenz-Zimmer“ des Kaffeehauses diskutierte Helmut Schneider (wienlive) mit dem Literaturkritiker und Autor des Buches „Kontinent Doderer“ Klaus Nüchtern über Themen wie Doderers Wien-Topografie, seinen späten Ruhm, seine Vorliebe für Kaffeehäuser, seinen einzigartigen und oft bösartigen Humor und nicht zuletzt über Doderers spezielle Erotik. Die Schauspielerin, Autorin und Regisseurin Chris Pichler bekam für ihre sehr elaborierten Lesungen aus der „Strudlhofstiege“, den „Dämonen“ und den „Wasserfällen von Slunj“ Szenenapplaus. Buchhändler Oliver Hartlieb – selbst ein großer Doderer-Fan – bot aus seinem Shop in der Porzellangasse nahe der Strudlhofstiege, wo es ein eigenes Doderer-Eck gibt, Bücher des Schriftstellers zum Verkauf an. Nach knapp anderthalb Stunden Diskussion und Lesung unterhielten sich viele Gäste noch weiter angeregt über Doderers Leben und Werk.

Der „D-Day für Doderer“ bedankt sich bei seinen Unterstützern Stadt Wien Marketing und Café Landtmann.


Buchtipp – Heimito von Doderer, Die Strudlhofstiege

Heimito von Doderers Wien erschien vor 70 Jahren.

70 Jahre „Die Strudlhofstiege“


Vor 70 Jahren erschien Heimito von Doderers Wien-Roman „Die Strudlhofstiege“. Am 21. September, 19 Uhr, feiern wir im Café Landtmann Heimito von Doderer mit einem D-Day für Doderer. Chris Pichler liest Doderer-Kostproben, Klaus Nüchtern („Kontinent Doderer“, C. H. Beck) diskutiert mit Helmut Schneider über Doderers Werk. Eintritt frei!
Text: Helmut Schneider / Foto: Barbara Niggl Radloff CC BY-SA 4.0


Angeblich kannten die kleine Strudlhofstiege im Wien des Jahres 1951 nur die anwohnenden Alsergrunder. Der Verlag presste Doderer deshalb auch den Untertitel „Melzer und die Tiefe der Jahre“ ab, damit man das Buch verkaufen könne. Erst der Erfolg des Romans machte die 1910 eröffnete Fußverbindung  im Stil des Jugendstils aus Mannersdorfer Kalkstein dann genauso berühmt wie ihren Verfasser. Wobei man sicher nicht falsch liegt, wenn man behauptet, dass sehr viele Heimito von Doderers „Die Strudlhofstiege“ nur dem Namen nach kennen. Die 900 Seiten, die der Wiener Schriftsteller seinen Lesern zumutet, haben es nämlich in sich. Wie bei vielen berühmten Werken der Literatur dürfte es zwei Lager geben, nämlich jene, die diesen Roman mit Innbrunst lieben und beim Lesen viel Spaß haben und jene, die ihn nach wenigen Seiten entnervt weglegen.

Das beginnt schon damit, dass sich der Inhalt des Romans kaum wiedergeben lässt, was den Autor sogar diebisch freute. „Ein Werk der Erzählungskunst ist es um so mehr, je weniger man durch eine Inhaltsangabe davon eine Vorstellung geben kann“, notierte er über seinen Roman. Dabei gehört es zum Faszinierendsten dieses Textes, dass „Die Strudlhofstiege“ auch sehr viele Ingredienzien von damaligen Kolportageromanen enthält – wir erleben eine Ehetragödie, die in Selbstmord endet, einen spektakulären Unfall, natürlich Liebesgeschichten & Sex, einen versuchten Schmuggel zwecks Zollbetrug, eine Frau, die es pikanterweise doppelt gibt und eine Bärenjagd.

Andererseits hat das Buch tatsächlich keine Hauptperson. Major Melzer, der im Untertitel genannt wird, ist über lange Strecken abwesend und Doderer verweigert ihm im Roman sogar einen Vornamen. Überhaupt scheint der Autor als Erzähler immer gegenwärtig und präsent. Er lässt uns quasi glauben, dass er die vielen Geschichten und Anekdoten von denen er berichtet, selbst von irgendwo erfahren hat und nur aufschreibt.

In fast kindischer Boshaftigkeit ist Doderer natürlich alles andere als politisch korrekt. Ja, er hält viele seiner Figuren – auch Melzer – für geradezu dumm oder zumindest unwissend. Nicht nur, aber gerade auch Frauen. Melzers spätere Frau Thea wird als Lämmchen beschrieben, das man auf die Weide stellen muss, wo sie dann ab und zu „Bäh“ machen darf. Andererseits finden gestandene Frauen gleich alle Männer als „dumm und umständlich“. Einmal regt der Erzähler gar Wörterbücher für Frauen und Wörterbücher für Männer an – samt Übersetzungshilfen, da die beiden Geschlechter ja pausenlos aneinander vorbeireden. Dann beschreibt Doderer wieder einen Mann als „Schlagetot … mit dem Mund eines Negers“. Fraglich, ob so ein Roman heute erscheinen könnte.

Woraus speist sich nun die Faszination, die die Strudlhofstiege auch heute noch entfalten kann? Immerhin hatte erst vor kurzem das Theater in der Josefstadt eine Dramatisierung auf dem Spielplan und das Schauspielhaus wagte sich vor Jahren erfolgreich an eine Art TV-Serie fürs Theater. Doderer stößt schon auf der allerersten Seite des Buches etwas an, das er ganz am Ende auflöst, nämlich den Straßenbahnunfall der Mary K, bei der diese am 21. September 1925 ein Bein verliert und der zufällig vorbeikommende Melzer ihr durch im Krieg trainierte Schlagfertigkeit – er bindet ihr das Bei ab – das Leben rettet. Der ganze Roman ist auf dieses eine Ereignis hingeschrieben, wobei sich die Spannung aus der Frage ergibt, ob denn alles so zufällig geschehen ist. Denn Melzer hatte Mary K. vor 15 Jahren einen Heiratsantrag nicht gestellt. Ihrer beider Leben wäre dann – vermutlich ohne Unfall – anders verlaufen. Und just als Melzer 1925 Mary K. versorgt, ist seine spätere Frau Thea neben ihm und hilft. Doderer scheint in allen seinen Romanen vom Spannungsfeld zwischen Schicksal und Bestimmung geradezu besessen zu sein. Als Erzähler hält er die Fäden in der Hand, seine Figuren lässt er indes in Zufälligkeiten taumeln. Die Zwillingsschwestern werden zufällig von einer Frau entdeckt, die jemanden am Bahnhof abholt, ein Brief wird von der Falschen geöffnet und so weiter und so fort.

„Die Strudlhofstiege“ kann man aber auch als einen Roman eines einzigen Ereignisses und eines Tages lesen – allerdings mit sehr, sehr vielen Vorgeschichten, Abzweigungen und auch einigen Sackgassen (Doderers Personal ist gewaltig), denn der erste Teil spielt ja bereits 1911. Seine Figuren gehören dem vermögendem Bürgertum sowie dem Kleinbürgertum an, Arbeiter, also Proletarier – 1925 sind wir immerhin mitten im „Roten Wien“ –  kommen in dem Roman keine vor. Und noch etwas ist bemerkenswert. Obwohl zwei Hauptakteure – Major Melzer als auch René von Stangeler – im 1. Weltkrieg an der vordersten Front waren, bleibt der Krieg seltsam ausgespart. Wir wissen nur, dass Melzers Lebensmensch – Major Laska, mit dem er auf Bärenjagd am Balkan war,  – in den Armen Melzers stirbt. Auch die Wirtschaftskrise und die Inflation jener Zeit werden mit keinem Wort erwähnt – nur einmal wird eine politische Mission zur Rettung der österreichischen Währung erwähnt. Alle beschriebenen Figuren scheinen von 1911 bis 1925 nur älter geworden zu sein, sonst hat sich in ihren Lebensumständen kaum etwas geändert. Dabei hat Doderer „Die Strudlhofstiege“ teilweise mitten im 2. Weltkrieg geschrieben, wo er als Reservist im Hinterland seinen Dienst ableistete und sogar zeitweise in Kriegsgefangenschaft geriet. Seine finanzielle Lage war ebenso prekär, als Schriftsteller als der er sich seit seiner russischen Gefangenschaft im 1. Weltkrieg sah, war er nahezu unbekannt und er war als 50jähriger noch von Zuwendungen seiner Mutter abhängig.

WIENROMAN ODER GROßSTADTROMAN?

Doderers Roman ist voll mit genauen Ortsangaben, nicht nur die Strudlhofstiege als Schauplatz von teilweise dramatischen Szenen zieht sich durch das gesamte Werk, auch der Althanplatz (heute Julius-Tandler-Platz), wo sich der Unfall ereignet, die Porzellangasse, der Tennisplatz im Augarten, Graben und Kohlmarkt oder das damals noch biedermeierliche Lichtenthal-Viertel am Alsergrund werden immer wieder genannt. Und überall braust der Verkehr, namentlich die Straßenbahnen verbreiten gehörigen Lärm. Nun war Wien 1911 bekanntlich die sechstgrößte Stadt der Welt, aber spürt man das im Roman? Eher nicht, denn Menschenmassen lässt Doderer nicht zusammenkommen. Definiert man Großstadtroman als ein Werk, in dem die moderne Stadt sozusagen Mitspieler ist (genannt wird immer etwa Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“), wird man kaum fündig. Klar gibt es einen Genuis Loci, nachgerade auf der Strudlhofstiege, und die Figuren haben unzweifelhaft etwas Wienerisches, was besonders deutlich wird, wenn Doderer etwa einen deutschen Major reden lässt. Sein Personal ist tief in der Kultur Wiens verwurzelt – seien sie nun ehemalige k.u.k.-Beamte oder sogar Angehörige der ungarischen Botschaft, weil sie eben einen Job brauchen und den zugehörigen Pass haben. Das Wien Doderers ist also nur in Ansätzen eine hektische Großstadt, man verbringt hier im Sommer – und „Die Strudlhofstiege“ spielt nur im Sommer, Wien „zerrinnt“ vor Hitze – die Tage gerne in den Bergen an der Rax oder an der Donau in Greifenstein und Kritzendorf.

Was aber gerade bei diesem Roman – zweifelsohne seinem erfolgreichsten – deutlich wird: Heimito von Doderer war ein originärer Schriftsteller, den man eigentlich mit keinem anderen Autor wirklich vergleichen kann. Und gerade deshalb ist dieser 70 Jahre alte Roman auch noch heute so interessant.

Am 21. September, 19 Uhr, feiern wir im Café Landtmann Heimito von Doderer mit einem D-Day für Doderer. Chris Pichler liest Doderer-Kostproben, Klaus Nüchtern („Kontinent Doderer“, C. H. Beck) diskutiert mit Helmut Schneider über Doderers Werk. Eintritt frei!


Heimito von Doderer: Die Strudlhofstiege
dtv Verlag
ISBN: 978-3-423-01254-6
912 Seiten, € 15,90

Literaturcafé

Pop-Up Literaturcafé

Pop-Up Literaturcafé


SDas mobile Pop Up Literatur-Café im Gemeindebau bietet WienerInnen die Möglichkeit, eine kurze Auszeit bei Gratis Kaffeepause und Lesungen zu genießen. Am 20. August geht’s los!


Zu den unten angeführten Terminen können Sie sich erfreut in einen Innenhof eines Gemeindebaus, in einen Park oder an einen ruhigen Platz ohne allzu viel Autolärm begeben und

  • als Erwachsener Kaffee aus einer richtigen Espressomaschine & Kuchen
  • als Kind  Getränk & Kuchen und 2 x 10 Minuten Vorlesung aus einem Kinderbuch

genießen.  Und das ganze natürlich GRATIS!!!

Das ganze findet in einem netten Rahmen bestehend aus Sonnenschirmen, Kaffee-Tischen und –Sesseln an einem ungewöhnlichen Ort statt.

Damit machen wir Wien noch lebenswerter – und das mitten im Sommer!

Termine & Adressen

Fr. 20.08.2021 | 15:00 – 18:00 Uhr, Paul-Speiser-Hof, 1210 Wien
Mo. 23.08.2021 | 15:00 – 18:00 Uhr, Rennbahnweg 27, 1220 Wien
Di. 24.08.2021 | 15:00 – 18:00 Uhr, Thürnlhof, 1110 Wien
Mi. 25.08.2021 | 15:00 – 18:00 Uhr, Stromstraße 14-16, 1200 Wien
Do. 26.08.2021 | 15:00 – 18:00 Uhr, Weinberggasse 60, 1190 Wien
Fr. 27.08.2021 | 15:00 – 18:00 Uhr, Hugo-Breitner-Hof, 1140 Wien
Mo. 30.08.2021 | 15:00 – 18:00 Uhr, Reumannhof, 1050 Wien
Di. 31.08.2021 | 15:00 – 18:00 Uhr, George-Washington-Hof, 1100 Wien
Mi. 01.09.2021 | 15:00 – 18:00 Uhr, Putzendoplergasse 2-28, 1230 Wien
Sa. 04.09.2021 | 15:00 – 18:00 Uhr, Per-Albin-Hansson-Siedlung, 1100 Wien

Start mit „Freude“ auf dem Wiener Rathausplatz

Kultursommer: Start mit „Freude“


Der Kultursommer Wien 2021 startet am 3. Juli fulminant mit einem Open Air bei freiem Eintritt auf dem Wiener Rathausplatz. Initiiert vom Wiener Konzerthaus, gespielt vom ORF Radio- Symphonieorchester Wien unter Chefdirigentin Marin Alsop, kommt Beethovens 9. Symphonie mit der „Ode an die Freude“ zur Aufführung.
Fotos: Zinner


Das weltumspannende Jubiläumsprojekt „All together – A global Ode to Joy“ – ursprünglich geplant für das Beethoven-Jahr 2020 – versteht die Symphonie als Aufruf des 21. Jahrhunderts zu Einheit, Gerechtigkeit und Selbstbestimmung. Das Sängerinnen- und Sängerquartett ist international und multikulturell besetzt, Starschlagzeuger Christoph Sietzen sowie die in Wien lebenden Künstler Salah Ammo und Peter Gabis mischen sich auf ihre Weise in Beethovens Musik ein. Im Superar Kinderchor sind Kinder aus 15 Nationen vertreten. So wird unter Mitwirkung von jungen Menschen aus der ganzen Welt ein musikalisches Zeichen für Solidarität und Menschlichkeit gesetzt. Der renommierte österreichische Schriftsteller Michael Köhlmeier hat den Text der „Ode an die Freude“ von Schiller neu gelesen und eigens für die Aufführung auf dem Rathausplatz neu verfasst.


INFO:
Kultursommerwien.at
Das Konzert beginnt um 20.30 Uhr, der Zugang zum Veranstaltungsgelände ist ab 17 Uhr möglich, eine Anmeldung ist nicht nötig. Sollten die Besucherbeschränkungen bei Outdoor- Veranstaltungen – wie von der Bundesregierung angekündigt – ab 1. Juli aufgehoben werden, sind alle WienerInnen eingeladen, gemeinsam den Auftakt zu einem wundervollen Kultursommer 2021 auf dem Wiener Rathausplatz zu feiern. 

Summerstage

Buchpräsentation: „Zeit.Gespräche“


Auf der summerstage wurde „Zeit.Gespräche“ von Gerhard Schmid, erschienen im echomedia buchverlag, präsentiert – Pamela Rendi-Wagner und Heinz Fischer im Talk über Demokratie.
Fotos: Stefan Diesner


Mit den „Zeit.Gesprächen“ schuf SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Gerhard Schmid ein neues, viel beachtetes Format – zunächst analog in der Wiener Urania, dann virtuell und dabei immer über den Tellerrand hinausschauend. Der erste Gast war Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres. Die Bandbreite der weiteren Gäste spannt sich von Erika Pluhar über Franz Vranitzky, Lukas Resetarits, Harald Krassnitzer, Steffen Hofmann, Kardinal Christoph Schönborn und viele andere. Als besonders bewegend empfand Schmid das Gespräch mit Hugo Portisch, der sich bis zuletzt als glasklarer politischer Analytiker gezeigt hat.

Auf der summerstage wurde das Buch zur Reihe, das Medienprofi Christoph Hirschmann redigiert hat, nun aus der Taufe gehoben. Dabei diskutierte – von Hirschmann moderiert – SPÖ-Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner mit Alt-Bundespräsident Heinz Fischer über die Lage in Österreich unter der Kurz-Regierung: „Ich mache mir Sorgen. Unsere Demokratie ist zumindest auf einer schiefen Ebene. Denn wir haben eine Bundesregierung, die die Institution des Verfassungsgerichtshofs ignoriert, die das Parlament diffamiert und die Justiz und Staatsanwält*innen persönlich attackiert sowie Kritiker*innen und Medien einzuschüchtern versucht.“, erläuterte Pamela Rendi-Wagner. Österreich ist nicht Ungarn, aber man kann sehen, wie antidemokratische Strömungen ihren Anfang nehmen. Vor 20 Jahren habe es in der Politik noch einen Konsens gegeben: „Den Respekt vor der Demokratie und dem Rechtsstaat. Dieser Konsens ist mehr oder weniger verloren gegangen“, sagte Rendi-Wagner. Alt-Bundespräsident Heinz Fischer erklärte, dass „der Kampf und das Bemühen um die Demokratie eine dauernde Aufgabe“ ist.

Fischer betonte, dass die Sozialdemokratie angetreten sei, um die Gesellschaft zu verändern, gerechter und sozialer zu machen. Die Wirksamkeit der Sozialdemokratie ist nicht nur in Wahlresultaten zu sehen, „die ungeheuer wichtig sind“, sondern auch in den Wohnmöglichkeiten, der Emanzipation der Frauen, der Sozialpolitik, dem Arbeitsrecht. „Wir brauchen beides: die von uns geprägte Gesellschaft und den Auftrag, in diesem Sinne weiterzumachen“, so Fischer.

„Zeit.Gespräche“ von Gerhard Schmid, Hrsg.: SPÖ-Bundesbildungsorganisation/SPÖ-Bundesgeschäftsstelle, ISBN 978-3-903989-2-4, echomedia buchverlag